Abnehmen über das Immunsystem

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Studie: Immunsystem kann Fettdepots zum Schmelzen bringen

Mit bestimmten Botenstoffen, die eigentlich zum Immunsystem gehören, können Fettspeicher in Kalorienfresser umgewandelt werden. Das belegt eine in der letzten Woche vorgelegte Studie der Bostoner Harvard Medical School, die gemeinsam mit dem Dana-Farber-Krebsinstitut erstellt worden war. Eigentlich ging es um den Einfluss des Immunsystems auf die Krebsentstehung und -vermeidung, ein schon länger beackertes Themenfeld der internationalen Krebsforschung. Dabei stellten die Forscher fest, dass das Immunsystem auch Fettdepots zum Schmelzen bringt.

Hormon Metrnl regt Fettverbrennung an

Das im Versuch neu entdeckte Hormon Metrnl (kein Schreibfehler) regt die Fettverbrennung an, es wandelt weißes in beiges Fettgewebe um. Die Körperfettzellen werden seit einigen Jahren in die drei Sorten „weiß“, „beige“ und „braun“ unterteilt, nur das weiße Gewebe führt zum ärgerlichen Bauch- und Hüftspeck bei Erwachsenen. Die Bildung und der Abbau der Fettgewebe werden von Hormonen und Proteinen gesteuert, die eine wichtige Rolle im Immunsystem innehaben. Neben dem Hormon Metrnl ist das auch das Protein PGC-1alpha4, ebenfalls eine Neuentdeckung der letzten Monate. Dieses stimuliert die Freisetzung von Metrnl, wenn sich das Immunsystem beispielsweise gegen Virenangriffe, aber auch gegen Unterkühlung wehrt. Daher nehmen Menschen in leicht unterkühlten Räumen (16 – 17 °C) eher ab, so die Forscher. Der Körper schaltet auf Alarm, setzt die genannten Botenstoffe frei und aktiviert Makrophagen und die Interleukine 4 und 13. Daraufhin nutzt der Körper Energie aus dem weißen Fett, um sich gegen Bakterien- und Virengefahren oder Unterkühlung zu schützen. Menschen nehmen daher unter anderem bei Erkältungen oft recht deutlich ab, obgleich sie Bettruhe halten. Unklar sei bislang, ob und wie man diesen Effekt für Personen nutzen könne, die unbedingt abnehmen wollen, so die Forscher im Fachmagazin „Cell“.

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